Romme Regeln

Romme (englisch: Rummy, das soviel wie "nachdenklich" bedeutet, oder auch von der lateinischen Bezeichnung roma locuta (est) kommend, das "es ist entschieden" heißt), ist ein Kombinations- und Ablege-Kartenspiel. In Deutschland fand es Anfang der zwanziger Jahre Verbreitung, hat sich seitdem zahllose Anhänger erworben und ist zu einem beliebten Familien- und Gesellschaftsspiel geworden.

Während in anderen Kartenspielen die erreichte höchste Punkt- oder Augenzahl den Gewinn sichert, wird im Rommespiel Sieger, wer am Schlüsse einer Spielpartie die wenigsten Augen oder Punkte berechnen kann.

Im folgenden wird die am meisten angewendete Spielregel bekanntgegeben. Sie kann durch zusätzliche Abmachungen verfeinert und erschwert werden. Daher sollte man sich vor jeder Rommepartie über die anzuwendende Spielweise einigen.

  1. Begriffe
  2. Spielweise
  3. Bewertung
  4. Varianten

Begriffe

Die Rommekarten bestehen aus einem Doppelspiel mit den bekannten französischen Bildern, also 2 * 52 Blatt und meist mit je drei Jokern.

Die Teilnehmerzahl sollte nicht weniger als drei und nicht mehr als sechs Personen betragen.

Der erste Geber wird durch das Los ermittelt. Er teilt von dem gut gemischten Pack an jeden Spieler 13 Karten aus, und zwar verdeckt und möglichst einzeln links herum. Der Rest der Karten wird als Stapel mit der Rückseite nach oben in die Mitte des Tisches gelegt.

Zu einem "Satz" gehören drei oder vier Karten gleichen Wertes, aber verschiedener Farben, z. B. Karo-König, Herz-König, Pik-König oder Karo-2, Pik-2, Kreuz-2. Zu einer "Folge" gehören drei oder mehr im Wert aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, z. B. Herz-10, -Bube, -Dame oder Kreuz-3, -4, -5, -6, -7. Hierbei kann das As sowohl hinter dem König als auch vor der 2 eingereiht werden, z. B. Dame, König, As oder As, 2, 3 oder König, As, 2, 3, 4 einer Farbe. Joker sind Universalkarten. Sie können nach der Bestimmung des Besitzers jede beliebige andere Karte ersetzen, die er zur Bildung eines Satzes oder einer Folge braucht.

Spielweise

Der links vom Geber sitzende Spieler zieht eine Karte vom Stapel und legt dafür eine von ihm nicht benötigte Karte offen neben den Stapel. Der nächste Teilnehmer kann nun diese offene oder die oberste Karte des Stapels aufnehmen und muß dafür wieder eine nicht von ihm benötigte Karte offen ablegen.

Der an der Reihe befindliche Spieler darf seine Sätze und Folgen offen vor sich auflegen, wenn sie mindestens 40 Punkte zählen. Hierbei rechnen:

As = 11 Punkte im Satz oder in der Folge mit König, aber nur 1 Punkt in der Folge ohne König,
Bube, Dame, König = je 10 Punkte,
2 bis 10 = soviel Punkte wie sie anzeigen,
Joker = soviel Punkte wie die Karte, für die er eingesetzt ist.

Jeder Spieler, der bereits 40 Punkte aufgelegt hat, darf, wenn er wieder an der Reihe ist
a) weitere Sätze oder Folgen auflegen, auch wenn sie weniger als 40 Punkte zählen.
b) passende Karten an bereits aufgelegte Sätze oder Folgen anlegen,
c) aufgelegte Joker gegen diejenigen Karten eintauschen, die durch den Joker ersetzt sind, z. B. aus der Folge Herz-9, Joker, Herz-Bube den Joker entnehmen, wenn dafür die Herz-10 gegeben wird.

Gewinner ist, wer als erster alle seine Karten auf- oder angelegt hat, dabei "Romme" meldet und für die zuletzt vom Stapel gezogene Karte ein Blatt abwirft.

Hand-Romme erzielt der Spieler, der ohne vorheriges Auflegen alle Karten auf einmal auf- oder anlegt; hierbei können die aufgelegten Karten weniger als 40 Punkte zählen. Falls der verdeckte Stapel im Spielverlauf aufgebraucht wurde, wird das offene Paket durchgemischt und verdeckt neu aufgelegt.

Bewertung

Nach Abschluß jedes Einzelspieles werden jedem Teilnehmer die in der Hand behaltenen Augen als Minuspunkte in einer Liste aufgeschrieben. Hierbei zählen As immer 11 Punkte, Joker 20 Punkte und alle anderen Karten wie oben gesagt.

Bei Hand-Romme werden die Minuspunkte verdoppelt. Nach Beendigung der Spielpartie werden die Punkte jedes Spielers zusammengezählt und untereinander abgerechnet.

Varianten

Aus der Vielzahl der örtlich verschiedenen Spielweisen sollen nachfolgend solche aufgeführt sein, die das Rommespiel zu bereichern vermögen:

a) Eine Folge mit König, As, 2, 3 usw. zu bilden, ist unstatthaft. Sie muß entweder nach dem König mit dem As enden oder das As muß als erste Karte vor der 2 stehen.

b) Bei Sätzen können alle Karten von gleichem Zählwert aufgelegt werden, z. B. Kreuz-Dame, Pik-Dame, Herz-Dame, Herz-Dame oder Herz-Zehn, Karo-Zehn, Karo-Zehn.

c) Romme kann der Spieler melden, dessen Handkarten nur noch sieben Augen oder weniger betragen. Diese unterste Grenze kann auch auf neun Augen oder mehr erhöht werden.

d) Hand-Romme kann nur geboten werden, wenn der betreffende Spieler noch keine Stapelkarte anrührte, also Hand-Romme mit den vom Geber ausgeteilten Karten auflegt.

e) Die neben dem Stapel offen abgelegte Karte darf nur dann genommen werden, wenn damit eine Folge oder ein Satz mit mindestens 40 Punkten aufgelegt werden kann.

f) Findet der Abheber einen Joker als unterste Karte des abgehobenen Kartenstoßes, kann er ihn gegen eine ihm nicht genehme Handkarte eintauschen.

g) Um bei Spielpartien mit nur zwei oder drei Teilnehmern die Einzelspiele schneller beenden zu können, muß jeder Spieler die Abwurfkarte und außerdem noch zwei Karten vom Stapel nehmen.